Schnell Schwanger werden – so gelingt es

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Viele Frauen, die sich für das Verwirklichen ihres Kinderwunschs entschieden haben, möchten möglichst schnell schwanger werden. Oft meldet sich das Baby schon nach wenigen Wochen an – in anderen Fällen lässt es etwas länger auf sich warten. Gute Vorbereitung auf die Schwangerschaft beschleunigt oft auch das Schwanger-werden.

Wie kann man schwanger werden? – 4 Speedtipps

  • Im Vorfeld einer Schwangerschaft können Sie und Ihr Partner einiges tun, damit Sie möglichst schnell schwanger werden. Gesunde Ernährung, körperliche Fitness, der Verzicht auf Genussgifte, das Vermeiden von Übergewicht und auch die Reduktion von Stress erhöhen Ihre Fruchtbarkeit.
  • Die Verwendung hormoneller Verhütungsmittel hat keinen dauerhaften Einfluss auf Ihre Fruchtbarkeit. Nach ihrem kann es jedoch einige Zeit dauern, bis sich der natürliche Zyklus wieder einstellt.
  • In Ihrer Beziehung sollten Sie sich jetzt nicht ausschließlich auf Ihren Kinderwunsch und das Schwanger-fokussieren. Zu starker psychischer Druck verringert eher die Chance auf eine schnelle Schwangerschaft.
  • Selbst unter optimalen Bedingungen liegt die Wahrscheinlichkeit, im jeweiligen Zyklus nur bei 20 Prozent. Von Fruchtbarkeitsstörungen, die eine Fertilitätsbehandlung nötig machen, sprechen Mediziner erst, wenn nach zwei Jahren mit regelmäßigem ungeschützten Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft eingetreten ist.

Wenn Sie schwanger werden möchten, haben Sie sich im Vorfeld sehr wahrscheinlich schon mit vielen praktischen Fragen beschäftigt, die für Ihre Familiengründung wichtig sind. Vieles davon, beispielsweise Wohnverhältnisse, Finanzen und Ihre berufliche Planung, haben Sie möglicherweise schon geregelt. Jetzt befinden Sie sich – zumindest, wenn es um Ihr erstes Baby geht, unmittelbar vor dem Beginn eines völlig neuen Lebensabschnitts und gleichzeitig in einer Zeit des Wartens, von der Sie noch nicht wissen, wie lange sie wirklich dauern wird.

In diesem Zeitfenster können Sie bereits viel dafür tun, damit Sie Ihre Schwangerschaft als eine positive, intensive und bereichernde Lebensphase genießen können. Ihre körperliche und psychische Verfassung werden später auch großen Einfluss darauf haben, wie Ihre Schwangerschaft verläuft. Gut ist, wenn Sie sich bereits seit längerer Zeit für eine gesunde Lebensweise entschieden und eine gute innere Balance – für sich selbst und auch in Ihrer Partnerschaft – gefunden haben. Anderenfalls ist jetzt der richtige Zeitpunkt, mit Veränderungen zu beginnen. Vieles, was Sie vor der Schwangerschaft in dieser Hinsicht tun, hilft Ihnen auch dabei, möglichst schnell schwanger zu werden.

Gesunde Ernährung kann empfängnisfördernd wirken

Ernährungsthemen werden Sie durch die gesamte Schwangerschaft begleiten – schließlich sorgen Sie mit einer gesunden, vollwertigen Ernährung nicht nur für Ihr eigenes Wohlbefinden, sondern auch dafür, dass sich Ihr Baby optimal entwickeln kann. Auch das Schwanger-werden kann durch eine darauf abgestimmte Ernährung gefördert werden – was übrigens nicht nur für Sie, sondern auch für Ihren Partner gilt. Einige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sind dafür besonders wichtig. Mit Ausnahme von Folsäure nehmen Sie diese Stoffe mit einer vollwertigen Mischkost jedoch „automatisch“ zu sich – möglicherweise ist deshalb im Vorfeld Ihrer Schwangerschaft eine Ernährungsumstellung angeraten.

  • Eine ausreichende Versorgung mit Folsäure(Vitamin B9, B11, Folat) ist vor allem im ersten Schwangerschaftstrimester für die Entwicklung des Gehirns, des Nervensystems und der inneren Organe des Babys unverzichtbar. Mit einer Kost, die reich an natürlichem Folat ist und der Einnahme von Folsäure als Nahrungsergänzungsmittel bereiten Sie ihren Körper in optimaler Weise auf das Schwanger-werden vor. Bei Ihrem Partner fördert Folsäure die Spermienbildung und hat einen positiven Einfluss auf die Spermienqualität.
  • Ein Zinkmangel kann in der Schwangerschaft das Risiko für Fehlgeburten und eine Präeklampsie (schwangerschaftsbedingte Stoffwechselstörung, „Schwangerschaftsvergiftung“) erhöhen. Zudem ist das Spurenelement für den DNA-Aufbau und das Zellwachstum wichtig. Bei Männern beeinflusst es die Spermienqualität und möglicherweise den Testosteronspiegel im Blut.
  • Mit einer ausreichenden Kalziumzufuhr schaffen Sie eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Knochen und Zahnanlagen Ihres Kindes – und auch dafür, dass Sie selbst die Schwangerschaft ohne Zahnprobleme überstehen. Außerdem soll der Mineralstoff die männliche Fruchtbarkeit verbessern.
  • Vitamin C stärkt das Immunsystem und bindet im Körper freie Radikale. Bei Männern und Frauen hat es einen positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Verzicht auf Genussgifte

Dass Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zu schweren Schädigungen des Kindes führen kann, ist allgemein bekannt. Stärkerer Alkoholkonsum und exzessiver Alkoholmissbrauch kann jedoch auch die Fruchtbarkeit vermindern und im ungünstigsten Fall das Zustandekommen einer Schwangerschaft verhindern. Gegen ein gelegentliches Glas Bier, Wein oder Sekt im Vorfeld der Schwangerschaft ist nichts einzuwenden. Trotzdem ist empfehlenswert, dass Sie und auch Ihr Partner Ihren Alkoholkonsum bereits jetzt weitgehend reduzieren. Nikotin ist ebenfalls ein Zellgift und beeinflusst damit die Eireifung sowie die Spermienqualität.

Das Körpergewicht, zu viel Sport und Stress haben Einfluss auf die Fruchtbarkeit

Auch das Körpergewicht spielt für das Schwanger-werden eine Rolle. Stärkeres Übergewicht oder Untergewicht beeinflussen den Hormonhaushalt und können hierdurch den Eintritt einer Schwangerschaft erschweren. Falls Sie Gewichtsprobleme – in der einen oder anderen Richtung haben – können Sie versuchen, im Vorfeld der Schwangerschaft ihr Gewicht zu regulieren. Radikaldiäten gegen Übergewicht sind dafür allerdings der falsche Weg. Hierdurch können Mangelzustände entstehen, durch die sich der Körper gegen das Schwanger-werden wehrt.

Fitness, ausreichende Bewegung und idealerweise regelmäßiger Sport gehören zu den grundlegenden Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise und auch für die Schwangerschaft. Wenn Sie schwanger werden möchten, sollten Sie es mit Ihrem Sportprogramm jedoch nicht übertreiben. Leistungssport und exzessive Trainings können zu Zyklusstörungen führen und den Eisprung unterdrücken.

Auch anhaltender Stress hat Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Er wirkt sich auf viele organische Prozesse, den Stoffwechsel, den Hormonhaushalt und den weiblichen Zyklus aus. Ein Anti-Stress-Programm mit Entspannungspausen, genügend Zeit für sich selbst und vielleicht auch gezielten Entspannungsübungen oder Yoga sollte daher zu Ihrer persönlichen Vorbereitung auf die Schwangerschaft gehören.

Machen Sie sich Ihre persönlichen Stressoren klar und versuchen Sie, diese so weit wie möglich auszuschalten. Hierzu gehört übrigens auch, mit Ihrem Kinderwunsch nicht allzu verkrampft und verbissen umzugehen. Jeder Frauenarzt kennt Beispiele aus seiner Praxis, in den Frauen plötzlich problemlos schwanger wurden, nachdem sie ihren Kinderwunsch bereits aufgegeben hatten. In anderen Fällen wurde das erste Baby nach einer langwierigen Fruchtbarkeitsbehandlung geboren, die zweite Schwangerschaft stellte sich später ohne jede medizinische Unterstützung ein. Solchen Konstellationen liegen oft massiver Stress und die Angst vor ungewollter Kinderlosigkeit zugrunde – wenn sie sich lösen, fällt es auch dem Körper leichter, sich auf eine Schwangerschaft einzustellen und die Empfängnis zuzulassen.

Schwanger werden nach der Pille

Die meisten Frauen im gebärfähigen Alter wenden heute hormonelle Verhütungsmittel an. Hierzu zählen die klassischen Antibabypillen sowie Verhütungspflaster oder Verhütungsringe mit einer Wirkstoffkombination aus Östrogenen und Gestagenen, aber auch sogenannte Minipillen, deren empfängnisverhütende Wirkung nur auf Gestagenen beruht. Ein Sonderfall sind Depotpräparate – Drei-Monats-Spritzen oder Hormonimplantate – die deutlich seltener verwendet werden und oft erst nach dem Abschluss der Familienplanung zum Einsatz kommen.

Wie lange es vom Ende der hormonellen Verhütung bis zum Schwanger-werden dauert, kann individuell sehr unterschiedlich sein. Viele Frauen werden sehr schnell schwanger, da die Hormongaben auch Zyklusunregelmäßigkeiten entgegenwirken. Vor allem nach der Verwendung höherdosierter Östrogen-Gestagen-Präparate, die den Eisprung unterdrücken, kann es bis zu einer möglichen Empfängnis deutlich länger dauern. Auch die Verwendungsdauer der Medikamente und die Art des Verhütungsmittels spielen für den Zeitraum bis zum Eintritt der Schwangerschaft eine Rolle.

Nach dem Absetzen der Antibabypille werden die meisten Frauen innerhalb von einem bis sechs Monaten schwanger, nach der Entfernung eines Verhütungsringes oder dem Absetzen von Verhütungspflastern kann diese Spanne einen bis neun Monate betragen. Depotpräparate erfordern dagegen oft eine Regenerationsphase zwischen fünf Monaten und etwa einem Jahr.

Je länger zuvor hormonell verhütet wurde, desto länger ist meist auch die Zeitspanne, bis die normale Fruchtbarkeit zurückkehrt.

Zyklus, fruchtbare Tage, Eisprung

Schwanger werden können Sie natürlich nur an Ihren fruchtbaren Tagen – in jedem Zyklus ist dieses Zeitfenster maximal an 6,5 Tagen geöffnet.

Jeweils am ersten Tag der Monatsblutung beginnt ein neuer Zyklus, der im Durchschnitt 28 Tage dauert. Aus medizinischer Sicht sind individuelle Zykluslängen zwischen 23 und 35 Tagen im Normbereich und haben keinen Einfluss auf das Zustandekommen einer Schwangerschaft. Ohne hormonelle Schwangerschaftsverhütung dauern statistisch gesehen exakt 28 Tage.

Der Eisprung fällt exakt in die Zyklusmitte. Zu diesem Zeitpunkt ist Ihre Fruchtbarkeit am größten. Nachdem die reife Eizelle den Eierstock verlassen hat, ist sie nur für 12 bis 18 Stunden lebensfähig. Die männlichen Spermien können im weiblichen Körper bis zu sechs Tagen überleben.

Körperliche Belastungen, Stress, Zeitverschiebungen wegen einer Reise, akute und chronische Krankheiten, Hormonstörungen und verschiedene andere Faktoren wirken sich oft auch auf den Zyklus aus. Möglicherweise bleiben der Eisprung und die Monatsblutung zeitweise völlig aus. In solchen Phasen kann natürlich auch keine Schwangerschaft entstehen. Schon lange vor der Menopause – der endgültig letzten Monatsblutung in den Wechseljahren – verändert sich oft die Zykluslänge, auch der Eisprung findet seltener statt. Bereits ab dem 30. Geburtstag nimmt die Fruchtbarkeit der Frau allmählich ab.

Schnell schwanger werden durch die Bestimmung des Eisprungs

Wenn Sie schnell schwanger werden möchten, kann es sinnvoll sein, den Tag des Eisprungs zu bestimmen. Hierfür gibt es verschiedene Methoden:

  • Am einfachsten ermitteln Sie den wahrscheinlichen Zeitpunkt Ihres Eisprungs, indem Sie einen Eisprungkalender führen. Für ein relativ sicheres Ergebnis benötigen Sie allerdings sechs Monate Vorlaufzeit: Sie dokumentieren dafür Ihre monatliche Zyklusdauer und bilden einen Durchschnittswert. Da der Zeitpunkt des Eisprungs genau in der Zyklusmitte liegt, haben Sie vor allem bei einem sehr regelmäßigen Monatszyklus gute Chancen für die Ermittlung des exakten Tages. Allerdings ist die Zykluslänge nur bei den wenigsten Frauen absolut stabil. Schon ein fieberhafter Infekt oder eine Reise können zu Zyklusverschiebungen führen.
  • Deutlich zuverlässiger ist die Messung der Körpertemperatur unmittelbar nach dem morgendlichen Aufwachen und bevor Sie aufgestanden sind. Für die Messung der sogenannten Basaltemperatur gibt es in der Apotheke spezielle Thermometer sowie Formblätter, in denen die Temperaturkurve aufgezeichnet wird. Am Tag des Eisprungs erhöht sie sich um etwa 0,5 °C und fällt erst zu Beginn der nächsten Periode ab. Falls eine Schwangerschaft entsteht, bleibt die Basaltemperatur bis zur Geburt erhöht. Aussagekräftig ist diese Methode der Eisprungbestimmung nur, wenn die Basaltemperatur jeden Tag exakt zur gleichen Zeit gemessen wird. Fieberhafte Erkrankungen verzerren das Ergebnis.
  • An Ihren unfruchtbaren Tagen bildet der Zervixschleim (Gebärmutterhals = Zervix) eine für die Spermien undurchlässige Barriere, in dieser Zeit besitzt er eine klebrige oder cremige Konsistenz. Während der fruchtbaren Tage wird er durchlässig, glasig, „spinnbar“ und fast wässrig. Bei vielen Frauen nimmt seine Menge deutlich zu. Einige Stunden nach dem Eisprung kehrt der Zervixschleim zu seiner ursprünglichen Beschaffenheit zurück. Wenn Sie neben der Untersuchung des Zervixschleims auch Ihre Basaltemperatur messen, können Sie Ihre fruchtbaren Tage und den Zeitpunkt Ihres Eisprungs recht exakt bestimmen. In der Medizin wird dieses Vorgehen als symptothermale Methode bezeichnet.
  • Sehr zuverlässig sind Ovulationsteststreifen oder Zykluscomputer, die die Menge des im Urin enthaltenen luteinisierenden Hormons (LH) messen, die 24 bis 36 Stunden deutlich steigt. Sie geben damit einen direkten Hinweis auf die fruchtbarste Zeit in diesem Zyklus. Durch die Hormonmessung lässt sich außerdem ermitteln, ob überhaupt ein Eisprung stattgefunden hat. Einige Zykluscomputer messen daneben auch die Basaltemperatur oder analysieren die Konsistenz des Zervixschleims.

Regelmäßiger Sex

Wichtig wird die exakte Ermittlung des Eisprungs normalerweise allerdings erst dann, wenn das Baby länger auf sich warten lässt. Ansonsten reichen die grobe Beobachtung des eigenen Zyklus und eventuell ein Online-Eisprungrechner völlig aus. Zudem gibt es ein viel einfacheres und ebenso wirkungsvolles Mittel, die fruchtbaren Tage in einem Zyklus nicht zu versäumen: Regelmäßigen Sex – am besten alle zwei bis drei Tage über den gesamten Zyklus und insbesondere in der Zyklusmitte.

Sexstellungen, bei den der Partner besonders tief in die Vagina eindringt, gelten als förderlich für das Entstehen einer Schwangerschaft. Hierzu gehören beispielsweise die „Missionarsstellung“, das Eindringen des Mannes von hinten oder Positionen, bei denen das Becken der Frau möglichst weit angehoben wird. Als empfängnisfördernd gilt, wenn die Frau nach dem Sex etwa eine halbe Stunde liegen bleibt und dabei eventuell ihr Becken mit Hilfe eines Kissens etwas höher lagert, um den Spermien ihren Weg zur Eizelle zu erleichtern. Einige Studien legen nahe, dass die Kontraktionen während des weiblichen Orgasmus die gleiche Wirkung haben.

Wichtig: Bitte verlieren Sie über dem Wunsch nach einem Baby nicht den Spaß am Sex. Im Vordergrund sollte auch jetzt nicht die Empfängnis, sondern die Freude am intimen Zusammensein mit Ihrem Partner stehen.

Was kann der Partner für das Schwanger-werden tun?

Auch Ihr Partner kann einiges für die Erfüllung Ihres gemeinsamen Kinderwunsches tun:

  • Für eine optimale Spermienproduktion benötigen die Hoden eine Temperatur, die um 2 bis 3 °C niedriger ist als im Körperinneren. Gut für eine optimale Spermienqualität ist deshalb, wenn Männer keine zu eng anliegenden Hosen oder Unterhosen tragen und stundenlanges Sitzen durch regelmäßige Bewegungspausen unterbrechen. Vielleicht ist Ihr Partner auch bereit, vorerst auf heiße Vollbäder und Saunagänge zu verzichten.
  • Rauchen beeinträchtigt die Spermienqualität. Untersuchungen an Paaren, die sich für eine In-Vitro-Fertilisation entschieden haben, weisen aus, dass die Chance auf eine erfolgreiche Befruchtung bei rauchenden Männern um 50 Prozent vermindert war.
  • Gewichtsprobleme des Partners können ebenfalls zum Hindernis für die Empfängnis werden. Bereits bei einem Body-Mass-Index von 25 – also nur leichtem Übergewicht – reduziert sich die Anzahl der Spermien etwa um ein Viertel.
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