U1 Untersuchung: Die erste Vorsorgeuntersuchung gleich nach der Geburt

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Ihr Baby ist da! Sicher können Sie sich kaum satt sehen an dem kleinen Wesen, das erst seit wenigen Minuten auf der Welt ist. Doch schon steht die erste Vorsorge-Untersuchung an, die sogenannte U1 Untersuchung.

Ist das Kind gesund? Das ist eine der ersten Fragen, die Eltern beschäftigen, wenn sie ihr Baby nach der Geburt im Arm halten. Die Hebamme, der Kinderarzt oder die Kinderärztin ermittelt den Gesundheitszustand im Rahmen der ersten Vorsorgeuntersuchung, der U1 Untersuchung, bereits kurz nach der Geburt. «Es geht bei der U1 vor allem darum, sofort behandlungsbedürftige Zustände und äußerliche Fehlbildungen zu erkennen. So können notwendige Sofortmaßnahmen eingeleitet und Komplikationen vermieden werden», erläutert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) das Ziel der U1 Untersuchung.

Der Apgar-Test bei der U1 Untersuchung:

Der international verwendete APGAR-Test, den die US-amerikanischen Anästhesistin Virginia Apgar zu Beginn der 50er Jahre entwickelt hat, beginnt bereits in der ersten Minute unmittelbar nach der Geburt. Die Buchstaben APGAR stehen allerdings weniger für den Namen der Anästhesistin als für die Kriterien, die der Test beurteilt: Aussehen (Hautfarbe, die auf die Hautdurchblutung hinweist), Puls, Grundtonus (Muskelspannung), Atmung und Reflexe. Für jedes Kriterium vergibt die Hebamme oder der Arzt entweder keinen Punkt, einen Punkt oder zwei Punkte. Da es sich um fünf Kriterien handelt, können also höchstens zehn Punkte erreicht werden. Die Summe der Punkte gibt objektiven Aufschluss über den Allgemeinzustand des Kindes.

Erhält das Baby zwischen acht und zehn Punkten, ist alles in Ordnung. Liegt die Punktzahl zwischen fünf und sieben, ist der Gesundheitszustand beeinträchtigt. Dann wird das Kleine zum Beispiel mit etwas Sauerstoff versorgt und erhält eine sanfte Massage. Unterhalb von fünf Punkten ist das Leben des Babys gefährdet. Das Kind wird sofort beatmet, erhält möglicherweise eine Herzmassage und wird ins Wärmebett gelegt.

Der Apgar-Test wird in der fünften und der zehnten Lebensminute nach der Geburt wiederholt. So lässt sich die Anpassung des Neugeborenen an das Leben außerhalb der Gebärmutter objektiv beobachten. Die meisten Babys erreichen bis zur zehnten Minute bereits gute Werte. Der Apgar-Test ist für das Baby völlig schmerzfrei. In vielen Krankenhäusern ist es üblich, den Test durchzuführen, während das Baby auf dem Bauch der Mutter liegt.

Hinweis: Der Apgar-Test greift nicht bei Frühgeborenen, denn Atmung, Körperspannung und Reflexe haben in früheren Lebenswochen natürlicherweise andere Werte als nach der 40. Woche.

Genug Sauerstoff für das Baby

Zur U1 Untersuchung gehört auch, eventuell verschlucktes Fruchtwasser vorsichtig abzusaugen, damit Nase und Speiseröhre frei sind. Doch hat das Baby auch während der Geburt genug Sauerstoff bekommen? Aufschluss darüber gibt die Untersuchung des Nabelschnurblutes. Dazu wird möglichst zwischen dem Abnabeln und der Geburt der Plazenta Blut aus der Nabelschnur entnommen. Das Baby spürt davon nicht, denn in der Nabelschnur liegen keine Nerven. Ein niedriger pH-Wert (Säuregrad) zeigt eine Übersäuerung und damit eine Sauerstoffunterversorgung an. In diesem Fall wird das Baby beatmet und möglicherweise auf der Intensivstation eine Weile überwacht werden.

Weitere Bestandteile der U1 Untersuchung:

Messen und Wiegen:
«Wie viel wiegt Dein Baby?», «Wie groß ist es denn?» Diese Fragen stellen viele Freunde und Bekannt nach der Geburt. Antworten darauf gibt es schon jetzt – sobald die Hebamme oder der Kinderarzt das Kleine gewogen, seine Größe und auch den Kopfumfang gemessen hat.

Vitamin K-Tropfen für den Säugling:
Vielen Babys fehlt Vitamin K. «Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das mit der Nahrung und über die Muttermilch aufgenommen werden kann», erklären Silvia Höfer und Nora Szász in ihrem Ratgeber ‚Hebammen Gesundheitswissen‘ (GU Verlag). «Es wird aber auch von Bakterien produziert, die im Darm vorkommen.» Notwendig ist es für die Blutgerinnung. Fehlt einem Baby Vitamin K, können leicht Blutungen entstehen. Besonders gefährlich und gefürchtet sind Hirnblutungen. Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde empfiehlt deshalb, Neugeborenen zwei Milligramm Vitamin K in Tropfenform zu geben. Sie sorgen für eine funktionierende Blutgerinnung, vorausgesetzt, die Vitamin K-Gabe wird bei den nächsten Vorsorgeuntersuchungen wiederholt.

Information für die Eltern:
Wollen und können Sie Ihr Kind stillen? Im Rahmen der U1 Untersuchung werden Eltern zur Ernährung des Kindes beraten. Hier ist Gelegenheit, alle Fragen rund um die Milch und eventuelle Stillprobleme zu stellen. Außerdem erhalten Eltern Informationen über die nächste Untersuchung, die bereits in wenigen Tagen ansteht: die U2.

Tipp:
Wer sich über die Ergebnisse nach der Untersuchung noch einmal informieren möchte, schaut in das gelbe Kinderuntersuchungsheft. Darin hält der Arzt, die Ärztin oder Hebamme alle Ergebnisse fest.

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