Zeitlos schön: Kinderbuchklassiker bleiben immer aktuell

kinderbuchklassiker

Wie war das, als Sie ein Kind waren? Haben Sie sich ein Sams gewünscht mit seinen magischen Sommersprossen oder eine Freundin, die, wie Pipi Langstrumpf, locker mit Einbrechern fertig wird? Sind Sie mit Robinson Crusoe durch die unbekannte Insel gestreift oder mit Nils Holgersson über das weite Land geflogen? Die Kinderbuchklassiker ziehen auch heute noch junge Leseratten und kleine Abenteurer in ihren Bann.

von Jutta Baur

Zugegeben: An den klassischen Kinderbüchern mag die modere Medienwelt vorbeigegangen sein. Sie sind in der Regel zu einer Zeit entstanden, als DVD, Computer oder Tablet noch kein Thema waren. Dennoch sind sie keineswegs verstaubt. Sie greifen Themen auf, die für Kinder immer aktuell sind. Die Klassiker erzählen von Freundschaft, Geborgenheit, Mut und Selbstbewusstsein. Darüber hinaus fördern sie die Fantasie und die Kreativität. Schließlich finden die besten Abenteuer immer noch im Kopf statt.
Die hier vorgestellten Bücher sind nur eine Auswahl an Kinderliteratur. Von vielen Autoren gibt es weitere, ähnlich bekannte und beliebte Titel. Man denke nur an die zahlreichen Bände von Astrid Lindgren oder Michael Ende.
Es lohnt sich, die Geschichten wieder hervorzuholen. Für alle die, die noch nicht selbst lesen können, sind die meisten Kinderbücher auch herrlich zum Vorlesen geeignet.
 

„Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von Michael Ende

Was Frau Waas da in einem Paket findet, ist eine Überraschung für alle Einwohner von Lummerland. Der kleine Junge mit dunkler Haut erobert sofort ihr Herz. Selbstverständlich bleibt er bei ihr und wird einer der Untertanen von König Alfons, dem Viertel-vor-Zwölften. Jim, wie er genannt wird, weil er so aussieht, wird zum besten Freund von Lukas, dem Lokomotivführer. Als König Alfons jedoch eines Tages feststellt, dass seine Insel für so viele Bewohner zu klein ist, ziehen Jim, Lukas und Emma, die Lokomotive, in die weite Welt. Dort erleben sie ein außergewöhnliches Abenteuer nach dem andern.
 

„Der Räuber Hotzenplotz“ von Ottfried Preußler

Mit Kasper, Seppel und der Großmutter sind die insgesamt drei Hotzenplotz-Bände typische Kasperl-Theater Stücke. Genauso, wie man sich die klare Rollenverteilung auf der Puppenbühne vorstellt, geht es auch bei Preußlers Geschichte zu. Der Räuber Hotzenplotz entwendet die Kaffeemühle von Kaspers Großmutter. Da Kasper und Seppel kein allzu großes Vertrauen in die Fähigkeiten des örtlichen Polizisten Alois Dimpfelmoser haben, beschließen die beiden, den Räuber auf eigene Faust dingfest zu machen. Dabei geraten sie in die Hände von Hotzenplotz und werden gefangen genommen. Als Kasper dem Hotzenplotz fürchterlich auf die Nerven geht, gibt dieser ihn an den Zauberer Petrosilius Zwackelmann weiter. Mit List, Tricks und Feenkraut überlisten Kasper und Seppel schließlich beide „Bösewichte“ und setzen Hotzenplotz fest. Das Gute gewinnt und die Großmutter bekommt ihre Kaffeemühle zurück.
 

„Eine Woche voller Samstage“ von Paul Maar

Was ist es eigentlich, dieses Sams? So ganz wie ein Mensch sieht es nicht aus. Schließlich hat es eine Rüsselnase. Und ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, kann man auch nicht genau sagen. Auf alle Fälle hat es blaue Wunschpunkte im Gesicht. Für Herrn Taschenbier, einem Spießbürger, wie er im Buche steht, ist die Bekanntschaft mit dem Sams alles andere als bequem. Das merkwürdige Wesen bringt seine Welt ganz schön in Unordnung. Allerdings bleibt das Sams nur eine Woche – von Samstag bis Samstag. Als es an den Abschied geht, merkt Herr Taschenbier wie gerne er den kleinen Gesellen mittlerweile hat.
Zum Glück für kleine Leseratten kommt das Sams jedoch zurück. Dem ersten Band folgten inzwischen sieben weitere, so dass die Geschichte der beiden nicht enden musste. Die Bücher sind für Grundschulkinder ein wahres Feuerwerk an Fantasie. Das Sams vereint alles kindliche, alle Fragen und Vorstellungen auf unnachahmliche Weise.
 

„Pipi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren

Kaum jemand kennt sie nicht: Pipi, das starke Mädchen, das mit dem Affen Herrn Nilsson und ihrem eigenen Pferd in der Villa Kunterbunt lebt. Sie meistert ihr Leben mit Mut und Naivität gleichermaßen und bringt dabei so manchen Erwachsenen an den Rand der Verzweiflung. Pipi hat bereits Generationen von Kindern begeistert und gehört einfach in jedes Kinderzimmer.
 

„Emil und die Detektive“ von Erich Kästner

Ein wahrhaftiger Klassiker, weil bereits 1929 erschienen, ist Kästners Kriminalgeschichte. Ganz anders, als beim Räuber Hotzenplotz geht es hier um eine fast authentische Erzählung. Dem zwölfjährigen Emil Tischbein werden auf einer Bahnfahrt 140 Mark gestohlen. Zusammen mit anderen Kindern versucht er den Dieb zu fassen. Dabei stellen die Kinder eine regelrechte Organisation auf die Beine. Nach allerlei Hin und Her gelingt es schließlich den Verbrecher zu finden und an die Polizei auszuliefern.
Das Buch ist eher für größere Kinder geeignet. Es ist sehr spannend und bringt trotz seines Alters immer noch jede Menge Realitätssinn mit.
 

„Fünf Freunde“ von Enid Blyton

21 Bände gibt es als Original der Autorin. Begonnen hat die Reihe in deutscher Übersetzung 1953 mit dem Band „Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel“. Die späteren Bücher wurden von anderen Verfassern geschrieben. Ebenfalls eher für ältere Kinder geeignet, bestehen Julian, Dick, Anne, George und Timmy, der Hund die fesselndsten Abenteuer. Obwohl die fünf Freunde vor allem als Hörbücher und Serienverfilmung bekannt wurden, lohnt es sich trotzdem auch, zur gedruckten Version zu greifen. Einige bedenkliche Stellen wurden inzwischen geändert. So sprechen die Bücher heutzutage nicht mehr von Zigeunern, sondern von Landfahrern. Grundsätzlich vermitteln jedoch alle Geschichten immer, dass Freundschaft und gegenseitiges Vertrauen stark macht und letztlich zum Ziel führt.
 

Klassiker, die auch schon Eltern und Großeltern begeisterten

Die Reihe ließe sich noch eine ganze Weile fortsetzen. Wenn Sie für Ihre Kinder nach Klassikern suchen, dann finden Sie vielleicht noch etwas auf der folgenden Liste:

Für kleinere Grundschulkinder

  • „Paddington Bär“ von Michael Bond
  • „Der kleine Vampir“ von Angela Sammer-Bodenburg
  • „Peterchens Mondfahrt“ von Gerdt von Bassewitz
  • „Meister Eder und sein Pumuckl“ von Ellis Kaut
  • „Pettersson und Findus“ von Sven Nordqvist
  • „Urmel aus dem Eis“ von Max Kruse

Für ältere Kinder

  • „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende
  • „Die rote Zora und ihre Bande“ von Kurt Held
  • „Heidi“ von Johanna Spyri
  • „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ von Mark Twain
  • „Nils Holgerssons wunderbare Reise“ von Selma Lagerlöff
  • „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll
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