Tupper–Beraterin: Lohnender Nebenjob?

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Jeder kennt sie und fast jeder hat das eine oder andere Stück davon im heimischen Küchenschrank: Tupperware. Der Markenname ist beinahe zum Synonym für alle bunten, wieder verschließbaren Plastikdosen geworden.

von Jutta Baur

Geradezu legendär sind Tupperparties, bei denen im Freundschaftskreis die neuesten Behältnisse begutachtet und gekauft werden. Dieses Verkaufssystem scheint für junge Mütter ideale Hinzuverdienstmöglichkeiten zu bieten. Ein Erfahrungsbericht einer Mutter.
 

Sinnvoller Nebenverdienst für Mütter

Anna arbeitet seit etwa einem Jahr als Tupper-Beraterin oder Party-Managerin, wie es offiziell heißt. Sie ist Mutter eines einjährigen Sohns und einer dreijährigen Tochter. „Für mich bietet der Verkauf von Tupperware eine gute Möglichkeit, etwas Geld hinzuzuverdienen.“, erzählt Anna. Eine Berufstätigkeit tagsüber ist für sie derzeit keine Option, weil ihre Kinder nur stundenweise betreut werden. „Ich kenne ja viele andere Frauen durch die Krabbelgruppe und den Kindergarten“, berichtet sie weiter,“ dadurch konnte ich bisher fast wöchentlich einen Vorführabend veranstalten.“ Besonders junge Mütter sind heutzutage gut vernetzt. Da Tupper-Abende in der Regel bei Freunden und Bekannten stattfinden, gibt es – zumindest für eine Weile – genügend Interessenten für die bunten Plastikboxen.

Doch genau da liegt früher oder später der Nachteil. Das hat auch Anna erfahren: „Irgendwann ist man durch im Bekanntenkreis. Dann wird es schwierig. Ich habe schon in der Nachbarschaft Flyer verteilt, um neue Gäste zu gewinnen. Das hat leider überhaupt nicht funktioniert.“ Mit der Zahl der Abende nimmt gleichermaßen der Verdienst ab. Bezahlt wird nach Verkäufen, nicht nach Partys. Zusätzlich ist es nicht jedermanns Sache, Freunde einzuspannen, um Einnahmen zu generieren.
 

Was kann man verdienen?

Da Party-Managerinnen nicht bei der Firma Tupper angestellt sind, sondern selbständig arbeiten, gibt es keinen festen Lohn. Pro verkauften Artikel bekommt die Beraterin bis zu 24% Provision. Das hört sich erst einmal nicht schlecht an. Schließlich ist der Zeitaufwand an einem der Partyabende nicht sonderlich hoch. Zudem wird der kulinarische Teil der Veranstaltung in der Regel von der Gastgeberin veranstaltet. Voraussetzung, um Tupperberaterin zu werden, ist ein Gewerbeschein für rund 20 Euro.

Allerdings gibt es doch den einen oder anderen Haken, der bedacht sein will. So braucht jede Beraterin Vorführteile, um den Anwesenden die Ware zu präsentieren. Die gibt es nicht umsonst. Zwar zahlt die Party-Managerin nicht den üblichen Preis. Eine gewisse Summe wird jedoch fällig. Alternativ kann dieser Betrag „abgearbeitet“ werden. Im Klartext bedeutet dies, dass Tupper anfangs die Hälfte der Provision für den Musterkoffer einbehält – solange bis der Wert getilgt ist.

Auch die beliebten Gast- oder Willkommensgeschenke sind für die Beraterin nicht komplett kostenlos. Sie zahlt zumindest einen Teil mit. Bevor es also ans wirkliche Verdienen geht, sind ein paar Grundinvestitionen zu tätigen.
 

Wie wird man unterstützt?

Ganz im amerikanischen Stil wird man bei Tupper gut gebrieft. Bei den sogenannten Montagsmeetings gibt es jede Menge Informationen, Tipps für den Verkauf und Neuigkeiten. Diese Veranstaltungen werden gratis angeboten. Eine Pflicht, sie zu besuchen, besteht nicht. Außerdem bietet die Firma e-Learnig-Kurse an.

Darüber hinaus hat Tupper ein System von Anreizen und Belohnungen, um die Motivation der Beraterinnen zu steigern. Das können Reisen sein, aber auch Sachpreise, wie Fahrräder oder Elektrogeräte.
 

Wie geht es mit Anna weiter?

Ihre Idee, Tupperware über ebay zu verkaufen, hat Anna wieder verworfen. Das ist nicht erlaubt, jedenfalls nicht gewerblich. Tupper möchte auch weiterhin hauptsächlich über den Vertriebsweg „Homeparty“, Produkte an den Kunden bringen. Anna hat sich über ihre Teammanagerin ein paar Adressen potenzieller Gastgeberinnen besorgt. Eine Weile möchte sie auf alle Fälle weitermachen. „Vielleicht haben ja Arbeitskollegen meines Mannes Interesse“, überlegt sie. So recht traut sich Anna noch nicht an diese Personen heran. Schließlich geht es ja in erster Linie darum, durch die Kollegen, Geld zu verdienen.

Auch wenn Tupper seit vielen Jahren auf dem Markt etabliert ist, bleibt es in Deutschland eher etwas zweifelhaft, Bekanntschaften mit finanziellem Profit zu verknüpfen. Für viele Party-Managerinnen ist dies auch ein Grund den Job früher oder später wieder an den Nagel zu hängen. Der deutsche Wert von Freundschaft unterscheidet sich deutlich vom amerikanischen Geschäftsverständnis.

Wer Lust hat, mehr über die Möglichkeiten als Tupper-Beraterin zu erfahren, findet weitere Informationen unter www.tupperware.de/partymanager.

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