Mittelohrentzündung beim Kleinkind

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Fast jedes Kind – vom Baby bis zum Kindergartenkind – ist mindestens einmal von einer Mittelohrentzündung betroffen. Die Ursachen sind vielfältig, können aber mit etwas Aufmerksamkeit stark eingeschränkt werden.

von Claudia Sarkady

Mit den folgenden Informationen und Tipps können Sie das Risiko für Ihr Kind deutlich reduzieren und – falls es doch einmal zu einer Mittelohrentzündung kommen sollte – die Folgen merklich lindern.Gliederung

Entzündung der Schleimhaut des Mittelohrs

Das Hörorgan besteht aus den drei Bereichen Außen-, Mittel – und Innenohr. Als Mittelohr ist medizinisch der Bereich ab dem Trommelfell mit Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel definiert. Der Bereich hinter dem Trommelfell wird auch als Paukenhöhle bezeichnet. Die Verbindung zum Innenohr wird mechanisch durch die sogenannte Paukentreppe hergestellt. Über die Eustachische Röhre (auch als Ohrtrompete bezeichnet) besteht eine Verbindung zum Rachenraum. Eine Entzündung der Schleimhaut des Mittelohrs wird als Mittelohrentzündung (Otitis Media) bezeichnet.

Kinder hören wesentlich sensibler

Das Ohr dient nicht nur zum Hören, sondern beinhaltet auch den Gleichgewichtssinn. Die akustische Wahrnehmung des Raumes und auch eine Richtungszuordnung von Geräuschen sind durch das beidseitige Hören von Geräuschen möglich. Es gilt immer zu berücksichtigen, dass Kinder – vor allem Kleinkinder – wesentlich sensibler und über einen größeren Frequenzbereich hören als Erwachsene. Das bedeutet, dass vor allem technisch verursachte Geräusche, wie z. B. Verkehrslärm, von Babys und Kleinkindern bereits dann als schmerzhaft und unerträglich empfunden werden können, wenn wir Eltern sie noch kaum wahrnehmen.

Mittelohrentzündung beim Kleinkind: Vorbeugung

Mit Vorbeugung Schmerzen vermeiden

Vorbeugen einer Mittelohrentzündung im Sommer

Otitis Media tritt in ganz typischen Situationen auffällig häufig auf. Eine davon ist ausgerechnet der Urlaub. Hier gibt es mehrere Faktoren, die die Entzündung fördern: Es beginnt schon mit der Anreise. Die Klimaanlagen in Wartehallen, Flugzeugen, Zügen, Bussen und nicht zuletzt im eigenen Auto senken nicht nur die Temperatur, sondern vor allem die Luftfeuchtigkeit. Die trockene Luft führt zu einer Austrocknung der Schleimhäute in Nase und Rachen; die partielle Abkühlung schwächt die Immunkraft. Insbesondere in den Mittelmeerländern und in den USA werden Klimaanlagen in Geschäften und öffentlichen Gebäuden meist unangenehm kalt eingestellt. Bei Urlaubsaufenthalten am Meer hat sich gezeigt, dass das Baden im Meer wesentlich seltener zu Erkrankungen führt, als ausgiebiges Baden oder Tauchen in Pools. Da das Meerwasser durch seinen Salzgehalt von sich aus schon eine gewisse Desinfektionswirkung hat und das Verhältnis Menschen / Wasservolumen in den Pools viel ungünstiger ist, ist es nur logisch, dass Kinder durch das Baden im Pool häufiger erkranken. Besonders beim Springen und Tauchen gelangen Keime durch Spritzwasser und Druck sehr schnell ins Mittelohr.

Vorbeugen einer Mittelohrentzündung im Winter

Eine zweite Schwerpunktsituation für Mittelohrentzündungen ist der Beginn der kälteren Jahreszeit. Jetzt gilt es – so schwer es auch fällt – sich in Sachen Bekleidung rechtzeitig vom Sommer zu verabschieden.

Tipps zur Reduzierung des Risikos einer Mittelohrentzündung

  1. Pool meiden, stattdessen im Meer baden.
  2. Beim Tauchen im Pool oder Hallenbad Ohrstöpsel oder ölgetränkte Wattebäuschchen verwenden.
  3. Klimaanlage in den eigenen Räumen abschalten und stattdessen lüften.
  4. Nach dem Baden die Ohren sehr vorsichtig mit Wattestäbchen trocknen.
  5. Sorgen Sie dafür, dass Hals und Kopf Ihres Kindes immer gut vor kühler Luft geschützt sind.
  6. Vermeiden Sie Ansammlungen von Menschen in schlecht belüfteten Räumen.
  7. Vermeiden Sie Überheizung und trockene Luft.
  8. Sorgen Sie für ausreichend Frischluft in den eigenen Räumen.
  9. Besonders in klimatisierten Räumen für ausreichend Flüssigkeitszufuhr sorgen.
  10. Das Baby baden bei Mittelohrentzündung sollte auf die kürzest mögliche Zeit begrenzt werden, der Kopf muss dabei trocken bleiben.
  11. Wattestäbchen nie zu weit ins Ohr einführen, nur drehen und nicht schieben.
  12. Ohr mit Wasser im äußeren Gehörgang auf ein Kissen nach unten legen und warten bis Wasser ausläuft.
  13. Hygieneregeln konsequent einhalten.
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