Familienhund: Welpe oder Hund aus dem Tierheim?

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Wenn Sie sich mit dem Gedanken spielen, für sich und Ihre Familie einen Hund anzuschaffen, sollte dieser Schritt in jedem Fall gut überlegt sein. In diesem Artikel gibt Hundetrainerin Carmela Schiel Tipps zur Anschaffung eines Familienhundes.

von Carmela Schiel, Hundezentrum Kuppenheim für Mami & Papi

Vor der definitiven Entscheidung, einen Hund in Ihr Leben zu holen, sollten folgende Fragen geklärt sein. Hundeschulen stehen zur Beratung für die Wahl der richtigen Hundesrasse für Ihre Familie und Ihre individuellen Bedürfnisse zur Verfügung.
 

Fragen Sie sich vor der Anschaffung:

• Welche Eigenschaften soll er haben?
• Was geht auf keinen Fall?
• Bin ich bereit, Einschränkungen in meinem bisherigen Tagesablauf in Kauf zu nehmen?
• Bin ich bereit, Zeit, Geld und Energie zu investieren?
 

Welpe vom Züchter oder Hund aus dem Tierheim?

Die Meinungen hierzu gehen weit auseinander. „Auf keinen Fall ein Hund aus dem Tierschutz! Die haben alle einen Knacks“, lautet eine häufige Aussage. Andere sagen: „Solange auch nur ein armer Hund im Tierheim sitzt, ist es moralisch nicht vertretbar, einen Welpen eim Züchter zu kaufen!“ Meiner Ansicht nach sollte man sich klarmachen, dass es den PERFEKTEN HUND nicht gibt. Unter den großen, kleinen, alten, jungen, nationalen, ausländischen Mischlingen und Rassehunden gibt es unkomplizierte und problematische Hunde. lle über einen Kamm zu scheren wird den individuellen Hundepersönlichkeiten nicht gerecht.
 

Erwachsene Hunden aus dem Tierheim bieten viele Vorteile

Erwachsene Hunde aus dem Tierheim haben mehr Vorteile, als landläufig angenommen. Der größte Vorteil: Der Hund ist kein „Überraschungspaket“ mehr sondern hat seine Entwicklung größtenteils abgeschlossen. Außerdem benötigt die Eingewöhnung eines erwachsenen Hundes nicht den Bruchteil der Zeit, die ein Welpe bis zu einem Jahr erfordert. Ein weiterer Vorteil eines erwachsenen Hundes ist neben der sozialen Reife, dass die Größe, das Aussehen sowie sein Verhalten eingeschätzt werden können. Dies setzt allerdings voraus, dass der in Frage kommende Kandidat nicht nur im Internet angesehen wird!

Um den Hund kennenzulernen und böse Überraschungen zu vermeiden, sollte möglichst mehrfach mit ihm spazieren gegangen und ein Augenmerk auf das Verhalten in unterschiedlichen Situationen gelegt werden. Auch hier kann die Begleitung eines „Profis“ aufschlussreich sein. Ältere Hunde verursachen evtl. höhere Tierarztkosten, sind oft aber sehr angenehme und genügsame Gefährten. Den meisten Hundeanfängern würde ich zu einem älteren Hund raten, da die gemeinsame Zeit limitiert ist, falls ein Hund doch nicht die optimale Bereicherung darstellt.
 

Die Anschaffung eines Welpen sollte gut überlegt sein

Hier zeigt sich ein eventueller Nachteil bei der Anschaffung eines Welpen. Neben der zeitintensiven Aufzucht bindet man sich durchschnittlich 10 – 15 Jahre an ein Tier, das vielleicht nicht ideal zu einem passt. Ein unschätzbarer Vorteil ist dagegen, dass frühe Erfahrungen, auch Prägung genannt, lebenslang das Verhalten des Hundes bestimmen. Wer also Bedenken hat, ein Hund könnte unter Umständen entwicklungsbedingte Angst-, Aggressions- oder sonstige Erregungsprobleme aufweisen und sich scheut, diese Themen anzugehen, sollte sich eher nach einem guten Züchter umsehen.

Dankbarkeit sollte man übrigens weder von einem Tierschutzhund noch von einem Welpen erwarten. Wenn es einem jedoch gelingt, eine solide Vertrauensbasis zu schaffen, wird sich der Hund an seinen Menschen und Ihre Familie binden und es kann eine harmonische Mensch-Hund-Beziehung entstehen.

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