Entwicklung Baby 3. Monat: Neugierig und voller Lebensfreude!

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Die große Aufregung, ausgelöst durch die Geburt Ihres Babys, legt sich im dritten Lebensmonat etwas. Nachdem Sie einen Einstieg in Ihre Eltern-Rolle gefunden und im Baby-Alltag an Routine gewonnen haben, ist es Zeit, mal etwas durchzuschnaufen. So können Ihr Kind noch mehr genießen.

Sigrid Schulze

Die ersten Babystrampler haben Sie sicher schon aussortiert. Kaum getragen, ist Ihr Kind schon aus den winzigen Kleidungsstücken herausgewachsen. Ihr Baby ist aber nicht nur einige Zentimeter länger geworden. Mit seinen leicht speckigen Armen und Beinen und den runden Wangen wirkt es auch deutlich robuster und wacher als noch vor vier Wochen. Fingerspiele und Lieder können bereits regelrechte richtige Begeisterungsstürme auslösen. So viel Lebensfreude ist ansteckend!
 

Körperliche Entwicklung Baby 3. Monat

Noch kräftiger als im zweiten Monat strampelt das Baby in der Rückenlage vor sich hin, denn Knie und Hüfte sind beweglicher geworden. Dabei sind auch die Arme ständig in Aktion. Mit dem kräftigen Strampeln und Armrudern geht das Baby seinem natürlichen Bewegungsdrang nach.
 

Körperliche Entwicklung Baby 3. Monat: Das kann Ihr Baby schon

Agil wie nie zuvor will das Baby mitbekommen, was um es herum geschieht. Wie gut ist es daher, dass die Muskulatur den Kopf immer besser halten kann! Wenn das Baby auf dem Bauch liegt, stützt es sich mit den Unterarmen auf und hebt den Kopf – manchmal eine Minute lang. So bereitet es seine Rücken-, Nacken- und Armmuskulatur auf die Anstrengungen des Krabbelns in wenigen Monaten vor. Auch auf dem Rücken liegend kann es den Kopf schon einen Moment lang hoch halten. Manche Kinder rollen sich im dritten Monat bereits aus der Seitenlage heraus auf den Rücken.

Erstaunlich ausdauernd beobachtet das Baby, wie sich seine Finger bewegen, die es jetzt öffnen kann. Immer wieder steckt es sie in den Mund und saugt an ihnen. Noch kann es nicht selber zugreifen, doch was ihm in die Hand gegeben wird, hält es schon einige Sekunden fest. Manches Baby lernt in diesem Monat, die Hände über der Körpermitte zusammenzubringen und dabei eine Hand mit der anderen Hand betasten. Es wird so nicht nur mit Händen und Fingern immer vertrauter, es übt auch, Augen- und Armbewegungen zu koordinieren. Liegt das Kleine auf dem Rücken, streckt es oft seine Hände interessanten Gegenständen und Spielzeugen entgegen.
 

Das braucht Ihr Baby jetzt: Wohltuende Massage

Babymassage vermittelt Wärme und Zärtlichkeit. Darüber hinaus lockert sie Verspannungen, stärkt die Immunabwehr und baut Stress ab. Babymassage kann auch die Verdauung anregen, Blähungen lindern und den Stoffwechsel anregen. Babymassage tut also gut, oft so gut, dass das Baby weniger schreit und besser schläft. Babys können von liebevollen Berührungen kaum genug bekommen!

Tipp:
Wie sich das Baby sanft massieren lässt, vermitteln Kurse, durchgeführt u.a. von Familienzentren, Hebammen, Naturheilpraxen, Elternschulen, in wenigen Sitzungen. Auch der Buchhandel bietet gut bebilderte Anleitungen der wichtigsten Massage-Techniken.

Hinweise zur Babypflege

Kopfgneis:
Haben Sie auf der Kopfhaut Ihres Babys einen weißlich-gelben Belag entdeckt? Keine Sorge, Knopfgneis ist gesundheitlich unbedenklich. Ursache ist eine Überfunktion der Talgdrüsen, die sich bereits in wenigen Wochen reguliert haben wird. Beim Versuch, die Schuppen abzukratzen, können Narben zurückbleiben. Eltern, die sich an den Schuppen stören, können den Schorf mit Baby- oder Olivenöl über Nacht einweichen. Am nächsten Morgen lässt sich der Schorf mit einem weichen Lappen abwischen. Kopfgneis wird übrigens häufig mit Milchschorf verwechselt, einem Ekzem, das mit seinem Juckreiz das Baby kräftig quält. Nässender Milchschorf kann neben der Kopfhaut auch andere Körperbereiche, vor allem im Gesicht und an den Armen, befallen. Wer sich nicht sicher ist, ob es sich bei den Schuppen um Kopfgneis oder Milchschorf handelt, sollte sich an seinen Kinderarzt wenden, da Milchschorf unter Umständen ärztlich behandelt werden muss.

Sinnliche Entwicklung Baby 3. Monat

Sinnliche Entwicklung Baby 3. Monat: Das kann Ihr Baby schon

Sehen:

Mit der grossen Neugier, mit der das Baby nun die Welt entdecken will, lernt es auch, besser zu sehen. Achten Sie mal darauf, wie die Augen Ihres Kindes bereits einem Spielzeug folgen können, das Sie von rechts nach links und wieder zurück bewegen. Es sollte allerdings nicht weiter als 30 Zentimeter entfernt sein. Jetzt kann das Baby auch längere Zeit Gesichter fixieren. Gleichzeitig verschmelzen die Informationen beider Augen zu einem Bild. Das räumliche Sehen stellt sich ein.

Hören:

Uups, was war das? Selbst bei leisen Geräuschen wendet das Baby den Kopf und lauscht. Auch Sprache interessiert das Kleine. „In den ersten Lebensmonaten entwickeln Kinder ein immer besseres Ohr für die Sprach- und Satzmelodie, die Laute der Muttersprache und die Betonung von Wörtern“, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Das braucht Ihr Baby jetzt: Kino für Augen und Ohren

Sehen und Hören sind spannend für das Baby. Wie schön ist es, unter einem Mobile zu liegen! Fasziniert beobachtet es, wie sich die Figuren langsam bewegen. Richtig aufregend wird das Mobile, wenn es mit einer Spieluhr verbunden ist. Das ist pures Kino für Augen und Ohren! Im Sommer lieben es Babys, im geschützten Kinderwagen unter einem Baum zu liegen und die sanften Bewegungen der Blätter im Wind zu beobachten.
 

Soziale und emotionale Entwicklung Baby 3. Monat

Das Baby ist mit seinem strahlenden Grinsen und Lachen zum Sonnenschein geworden. Mit seiner einladenden Mimik will es mit Ihnen in Kontakt treten. „Wenn ich lache, lachen Mama und Papa zurück!“ Schon hat es verstanden, dass Kommunikation wechselseitig funktioniert. Wie es sich freut, wenn Sie seine Laute wie „e-che“, „eh-che“, „a-rrhe“ wiederholen, die beim Spiel mit der Mund-, Zungen- und Rachenmuskulatur entstehen. Bei den Vier-Augen-Gesprächen in der ‚orö‘-Sprache achtet es auf Ihre Lippenbewegungen, denn es weiß bereits, dass sie mit den Lauten zusammenhängen. Manchmal versucht es sogar, Ihre Laute nachzuahmen. Möglicherweise kann es sogar schon so gut kommunizieren, dass Sie aus dem Schreien heraushören, ob es Hunger hat, übermüdet ist oder einfach Zuwendung braucht.
 

Das braucht Ihr Baby jetzt: Lieder und Fingerspiele

In diesem Alter lieben Babys erste Fingerspiele! „Setzen die Eltern bunte Hütchen auf die Finger und singen dazu ein Lied, so können sie ihrem Kind eine sehr interessante und spannende Vorstellung bieten“, informiert der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte.

Wichtig ist, viel mit dem Kind zu reden. Erzählen Sie ihm, was Sie gerade tun, vor allem dann, wenn Sie es wickeln, baden oder stillen. „Jetzt ziehe öffne ich Windel“, „Pass auf, ich ziehe jetzt deine Beine hoch“, „So, nun kann ich deinen Popo abwischen.“ „Auch wenn Ihr Baby die Worte so nicht versteht, erfasst es, dass Sie auf seine Bedürfnisse eingehen und sich mit ihm austauschen“, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Eine Basis voller Vertrauen entsteht.
 

Geistige Entwicklung Baby 3. Monat

So viel hat das Baby schon gelernt! Schon hat es sich an den Alltag und seine Abläufe gewöhnt. Motorische, sinnliche, soziale und emotionale Entwicklung greifen ineinander und schulen das Denken. Schließlich will das Baby die Welt verstehen lernen. Jede Erfahrung, die das Baby macht, prägt sein Gehirn. Nach und nach versucht es, Zusammenhänge herzustellen. „Mama hebt mich von der Krabbeldecke und legt mich auf ihren Schoß. Werde ich jetzt gefüttert?“ Schon spitzt es die Lippen …
 

Das braucht Ihr Baby jetzt: Rituale im trubeligen Alltag

Zusammenhänge zu verstehen, fällt dem Baby umso leichter, je häufiger es sie knüpfen kann. Sicher, der Tagesablauf muss nicht statisch sein. Dennoch können Sie einige Rituale prägen, die zu Ihnen und Ihrer Familie passen. Ein solches Ritual, an das sich das Baby schnell gewöhnt, kann zum Beispiel so vor sich gehen: „Wenn Papa nach Hause kommt, singt er ein Lied für mich. Danach trägt er mich ein bisschen herum, bis ich an Mamas Brust darf …“ Auch Einschlafrituale lassen sich jetzt schon einführen. „Erst geht die Gardine zu, dann singt Mama ein Lied. Wenn das Lied zuende ist, liegt mein Kuschelmaus in meinem Arm und Mamas Hand auf meinem Bauch. Dann wird alles ruhig.“

Entwicklung Baby 3. Monat: Wichtige Termine

• Kinderärztliche Untersuchungen

Mit Hilfe der Früherkennungsuntersuchungen lassen sich Gesundheitsstörungen und Verhaltensstörungen erkennen und behandeln.

U4: 3. bis 4. Lebensmonat
Der Kinderarzt untersucht die wichtigen körperlichen Funktionen wie Atmung, Herz-Kreislaufsystem, Bauch und überprüft, ob das Kind gut hören und sehen kann. Darüber hinaus kontrolliert er die Knochenlücke (Fontanelle) am Kopf des Kindes. Sie muss sie ausreichend groß sein, damit der Schädel wachsen kann. Der Kinderarzt richtet sein Augenmerk auch Reflexe und die motorische Entwicklung. So kontrolliert er beispielsweise, ob das Kleine sein Köpfchen halten kann, wenn es an den Händen aus der Rückenlage hochgezogen wird.
 

Erste Impfung:
Die ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts (STIKO) empfiehlt ab der neunten Lebenswoche des Babys Impfungen gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Hirnhautentzündung- und Kehlkopfentzündung (Haemophilus influenzae Serotyp b), Kinderlähmung (Polio), Hepatits B und Pneumokokken. Die Impfung gegen Rotaviren wird fortgesetzt.
 

Tipp:
Denken Sie daran, das Gelbe Kinderuntersuchungsheft, die Krankenversicherungskarte des Kindes und den Impfpass mitzunehmen!
 

Nicht vergessen:

• Babykurs:
Ein Babykurs begleitet Eltern und ihr Baby durch die Säuglingszeit. Hier wird das Kind Gleichaltrige bestaunen, neue Spiele kennen lernen und vielseitige Körpererfahrungen machen. Auch Eltern tut ein Babykurs gut, denn er bietet praktische Lebenshilfe im trubeligen Baby-Alltag. Gleichgültig, für welchen Babykurs Sie sich entscheiden, er bietet gute Gelegenheit, sich mit anderen Eltern auszutauschen und neue Freundschaften zu knüpfen.

• Babyschwimmen:
Von Mama oder Papa durch körpertemperatur-warmes Wasser gezogen zu werden, fördert die Motorik und macht Spaß! Wer Lust am Babyschwimmen hat, kann jetzt im dritten Lebensmonat damit beginnen. Rechnen Sie damit, dass das Vergnügen nur kurz andauert. Das Wasser, die Lichtreflexionen, die Geräusche – all das ist für das Baby Input pur. Kaum abgetrocknet und gestillt wird es sicher erschöpft einschlafen.

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