Entwicklung Baby 1. Monat: Willkommen im Leben!

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Ein winziges Bündel liegt im Arm. Noch ist das Baby rundherum auf Hilfe angewiesen. In die große Willkommensfreude mischt sich Unsicherheit. Informationen rund um die ‚Entwicklung Baby 1. Monat‘ helfen, mit den neuen Herausforderungen fertig zu werden.

von Sigrid Schulze

So lange haben Sie gewartet – nun ist Ihr Baby endlich da! Sicher können Sie kaum genug von seinem Anblick bekommen. „Welche Anlagen, Eigenschaften und Talente schlummern in Dir?“, fragen Sie sich vielleicht neugierig. Damit sich all das, was in Ihrem Kind steckt, gut und frei entwickeln kann, braucht es vor allem Geborgenheit. Ein Kind, das umsorgt wird, fühlt sich von Anfang an mit seinen Bedürfnissen ernst genommen. Damit sind die Grundpfeiler für ein Leben voller Selbstwertgefühl und Vertrauen in die Welt geschaffen.
 

Körperliche Entwicklung Baby 1. Monat

Aus seinem ersten Strampler wird Ihr Baby bald herausgewachsen sein. Wahrscheinlich wächst es zwei bis vier Zentimeter allein im ersten Lebensmonat. Doch zunächst wird es vielleicht in den ersten drei Tagen an Gewicht verlieren, weil die Bildung der Muttermilch erst langsam in Gang kommt. Bis zu zehn Prozent Gewichtsverlust gelten als unbedenklich. Spätestens, wenn Ihr Baby zwei Wochen alt ist, sollte es wieder sein ursprüngliches Gewicht erreicht haben. Von dann an nimmt es stetig zwischen 140-170 Gramm pro Woche zu.

Ihr Baby hat blaue Augen? Die Augenfarbe kann sich noch verändern, wenn die Dichte der Pigmentzellen in der Regenbogenhaut durch das Pigment Melanin steigt. Meist behält das Kind die Augenfarbe, die es an seinem ersten Geburtstag hat.
 

Das kann Ihr Baby schon körperlich

Kaum ist das Baby auf der Welt, kann es atmen, schreien, saugen und mit Armen und Beinen strampeln. Nach und nach trainiert es seine Nackenmuskeln, bis es mit vier Wochen in Bauchlage kurz seinen Kopf anheben kann. Darüber hinaus verfügt es über einige Reflexe. Dank seines Greifreflexes umklammert es zum Beispiel fest einen Finger oder einen Gegenstand. Auch die Zehen krümmen sich, wenn Sie sie zart kitzeln. Ein Streicheln an der Wange löst darüber hinaus den Suchreflex aus, mit dessen Hilfe der Mund des Babys die Brustwarze findet, wenn es Hunger hat. Kaum ist sie im Mund, beginnt das Baby zu saugen – wegen seines Saugreflexes.
 

Das braucht Ihr Baby jetzt: Milch und Schlaf

Angesichts der rasanten Entwicklung, die ein Baby in den ersten vier Wochen durchmacht, verwundert es nicht, dass es viel Energie und zwischen 13 und 20 Stunden Schlaf täglich braucht. Meist trinkt es, um dann erschöpft einzuschlafen – und kaum ist es wach, verlangt es neuen Milch-Nachschub. Über einen Rhythmus verfügt es dabei noch nicht. Da der kleine Magen zunächst nur wenig Milch aufnehmen kann, stellt sich anfangs oft alle zwei Stunden Hunger ein.

Muttermilch ist am besten für das Kind – das belegen wissenschaftliche Studien immer wieder. „Sie liefert lebenswichtige Nährstoffe, ist richtig temperiert und hygienisch einwandfrei“, erklärten die Kinderärzte im Netz. „Stillen kann das Risiko des Säuglings für Durchfall-Erkrankungen und Mittelohrentzündungen verringern und beugt vor späterem Übergewicht vor.“ Auch trete der plötzliche Kindstod bei gestillten Kindern seltener auf. Doch nicht immer können oder wollen Mütter sofort stillen oder abpumpen. Wer zur Säuglingsmilch greifen muss, sollte sich nicht grämen. Die streng kontrollierte Zusammensetzung der Säuglingsmilch ist ebenfalls hochwertig. Wichtig ist, zunächst nur die sogenannte ‚Pre‘-Milch zu verwenden.

Tipp:

  • Wer stillt, sollte auf Alkohol und Nikotin verzichten. Vorsicht mit Hülsenfrüchten, Kohl und Knoblauch – sie können beim Baby zu Blähungen führen. Kaffee ist dagegen erlaubt. Eine brasilianische Studie kam zu dem Ergebnis: „Moderater Koffeinkonsum in Schwangerschaft und Stillzeit scheint in den ersten drei Lebensmonaten keinen Einfluss auf den Schlaf von Säuglingen zu haben.“
  • Schauen Sie beim Füttern nicht auf die Uhr. Ihr Baby ist jetzt schon der beste Experte für seine Bedürfnisse. Es weiß, wann es Hunger hat!

 

Hinweise zur Babypflege:

Wickeln:

Was anfangs noch aufregend erscheint, wird bald zur Routine. Zu Hause reichen Waschlappen und lauwarmes Wasser, um Babys Popo zu reinigen. Unterwegs sind Feucht- oder Öltücher praktisch.

Fingernägel:

Babys haben weiche Fingernägel. In der Regel schälen sie sich in den ersten Wochen von selbst ab. Wer Sorge hat, sein Baby könne sich durch den scharfen Rand eines Nagels verletzen, feilt ihn vorsichtig ab.

Erstes Bad:

Ist der Nabel abgeheilt, darf das Baby sein erstes Bad nehmen. Im Körpertemperatur-warmem Wasser wird es sich sicher wohl fühlen. Seife schadet mehr als zu nutzen. Das Baden sollte höchstens zehn Minuten dauern, damit das Baby weder auskühlt noch überanstrengt wird.

Nabelpflege:

Babys Nabel muss täglich gereinigt werden, bis er schließlich zwischen dem dritten und achten Tag abfällt. Es gilt, Hände gründlich zu waschen und dann den Nabel mit abgekochtem, handwarmem Wasser zu säubern. Anschließend mit einer sauberen Mullwindel trocken tupfen. Die Windel sollte immer unterhalb des Nabels sitzen, damit sie nicht am Nabel scheuert.
 

Sinnliche Entwicklung Baby 1. Monat

Riechen, schmecken, hören, fühlen, sehen – schon jetzt nimmt Ihr Baby mit allen Sinnen die Welt auf. Doch noch sind seine Sinne nicht ausgereift.

Sehen:

Schon das Neugeborene kann sehen. Allerdings erkennt es Menschen und Dinge zunächst nur unscharf, vor allem dann, wenn sie weiter als 25 Zentimeter entfernt sind. Besonders gut nimmt es Hell-Dunkel-Kontraste wahr. Innerhalb der ersten vier Lebenswochen sucht es immer öfter Blickkontakt. Im Alter von drei Wochen kann es schon nahe Gegenstände fixieren.

Hören:

Schon ein Neugeborenes spitzt die Ohren. Es interessiert sich vor allem für Stimmen. Besonders reagiert es auf hohe Stimmen.

Schmecken:

Schon im Mutterleib hat das Baby süßes Fruchtwasser genascht. Jetzt liebt es die leicht süße Muttermilch und ebenso die industriell hergestellte Pre-Milch.

Riechen:

Ein Baby prägt sich schnell den Geruch der Mutter ein. So kann es sie stets an ihrem Duft erkennen.

Fühlen:

Die Haut des Babys kann von Geburt an Wärme und Kälte empfinden. Der Tastsinn, das ‚Fühlen‘, ist von allen Sinnen am besten entwickelt.
 

Das braucht Ihr Baby jetzt: Kuscheln, Kitzeln, Streicheln

Körperkontakt wie Kuscheln, Kitzeln, Streicheln rufen Glücksgefühle hervor. „Jede körperliche Zuwendung bewirkt eine Extra-Portion Glückshormone für das Baby“, erklärt Dr. Michael Simons, Leitender Psychologe der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Technischen Hochschule Aachen. Wird das Glücksgefühl gar zum Grundgefühl, ist das Kind auf Glück programmiert. Kuscheln fördert aber nicht nur ein gutes Lebensgefühl, sondern auch die Motorik und das Immunsystem. Darüber hinaus macht viel Körperkontakt sogar klug!
 

Soziale und emotionale Entwicklung Baby 1. Monat

Haben Sie Ihr Baby schon lächeln gesehen? Engelslächeln wird das erste Lächeln im Schlaf genannt. Dieses Lächeln ist allerdings noch kein Ausdruck für Zufriedenheit, sondern wird durch unbewusste Bewegungen der Gesichtsmuskeln hervorgerufen. Zu Beginn ihres Lebens können Babys übrigens nur zwei Gefühlslagen empfinden: Zufriedenheit und Unbehagen.
 

Schreien, Mimik als erste Verständigung

Schon jetzt kann Ihr Baby kommunizieren. Es ruft Hilfe herbei, wenn es Hunger hat, müde ist, Schmerzen hat oder Zuwendung braucht. Sein Schreien ist überlebenswichtig – es ist ein Hilferuf. Bald kann es noch mehr: Es wendet sein Köpfchen ab, wenn ihm etwas zu viel wird. Auch lassen sich an seinem Gesichtsausdruck Müdigkeit und Überforderung ablesen, ebenso Interesse oder Freude. Schon im ersten Lebensmonat beginnt das Baby, durch Gurren mit seiner Stimme zu experimentieren. Eltern reagieren auf all die Signale des Babys – sie antworten mit beruhigender Stimme, lachen oder schaukeln das Baby hin und her. So beginnt erste Kommunikation, die von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr klarer werden wird. Schon in den ersten Lebenswochen lernt ihr Baby, durch den Stimmenklang tröstende und fröhliche Worte zu unterscheiden.
 

Das braucht Ihr Baby jetzt: Zuverlässige Eltern

Wichtig ist, dass Eltern auf das Schreien ihres Kindes zuverlässig reagieren, auch wenn sie anhand seiner Stimme noch nicht erkennen können, was es braucht. „Du verwöhnst Dein Baby. Lass das Kind ruhig mal schreien!“ Solche Kommentare gilt es, einfach zu überhören! Ein Baby lässt sich nicht verwöhnen. Verwöhnen – das passiert erst später – vor allem durch Konsum.
 

Entwicklung Baby 1. Monat: Wichtige Termine

 

Kinderärztliche Untersuchungen

Mit Hilfe der Früherkennungsuntersuchungen lassen sich Gesundheitsstörungen und Verhaltensstörungen erkennen und behandeln.

U1: Nach der Geburt:

Kaum ist das Baby auf der Welt, durchläuft es den ersten Test: den sogenannten Apgar-Test. Der Kinderarzt wiegt und misst es und untersucht die körperlichen Grundfunktionen wie Atmung, Puls, Muskelspannung, Aussehen und Reflexe. Die Ergebnisse werden in das gelbe Heft für Vorsorgeuntersuchungen eingetragen. Darüber hinaus gibt der Arzt dem Baby Vitamin K-Tropfen, die wichtig für die Blutgerinnung sind. Außerdem informiert er die Mutter über die Blutuntersuchung, die innerhalb der nächsten drei Tage bei Ihrem Kind ansteht, und über das Neugeborenen-Hörscreening.

U2: Dritter bis zehnter Lebenstag:

Wurde die Blutuntersuchung zur Feststellung von Stoffwechselstörungen noch nicht gemacht, sollte sie möglichst im Lauf des dritten Lebenstages durchgeführt werden. Es bietet sich an, sie im Rahmen der U2 nachzuholen. Wer nicht mehr in der Klinik ist, besucht dafür zum ersten Mal den Kinderarzt. Er tastet die Organe des Babys ab, untersucht die Vollständigkeit des Skeletts, kontrolliert die Mundhöhle und die Sinnesorgane. Zum zweiten Mal erhält das Baby nun Vitamin-K-Tropfen. Spätestens jetzt wird auch ein Hörtest durchgeführt. Eltern erhalten Informationen zur Rachitis-Vorbeugung durch Vitamin D und Karies-Profilaxe durch Fluorid.

U3: Vierte bis fünfte Lebenswoche:

Im Rahmen der Vorsorge-Untersuchung U3 überprüft der Kinderarzt in der vierten bis fünften Lebenswoche noch einmal die Organe des Babys, seine körperliche Entwicklung, sein Hörvermögen und seine Reflexe. Das Ultraschallgerät gibt Aufschluss darüber, ob die Stellung der Hüften in Ordnung ist. Ein letztes Mal erhält das Kind Vitamin-K-Tropfen.

Tipp:
Denken Sie daran, das Gelbe Kinderuntersuchungsheft, die Krankenversicherungskarte des Kindes und den Impfpass mitzunehmen!

Nicht vergessen:

  • Anzeige der Geburt beim Standesamt (meist in der Klinik möglich)
  • Elternzeit beim Arbeitgeber beantragen(spätestens in der ersten Woche nach der Geburt)
  • Geburtsurkunde beantragen beim Standesamt
  • Kindergeld beantragen
  • Kind bei Krankenkasse melden
  • Evtl. Vaterschaft anerkennen, Sorgerecht regeln
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