2. Schwangerschaftswoche (SSW)

ssw2

Am Ende der SSW 2 – der zweiten Schwangerschaftswoche – und zu Beginn der darauffolgenden Woche entscheidet sich, ob Sie schwanger werden. In die SSW 2 fallen die fruchtbaren Tage dieses Zyklus. Der Zeitpunkt Ihres Eisprungs lässt sich mit verschiedenen Methoden relativ exakt ermitteln.

Bei einem 28-tägigen Durchschnittszyklus erfolgt der Eisprung am Ende dieser Woche. Grundsätzlich liegt er exakt in der Zyklusmitte. In der SSW 2 sind Sie also ebenfalls noch nicht schwanger, jedoch stehen die Chancen gut, dass Sie es in den nächsten Tagen werden. Gewissheit über die Schwangerschaft werden Sie allerdings erst im Nachhinein erhalten.

Gewissheit über die Schwangerschaft – erst nach weiteren zwei bis drei Wochen

Vielleicht verspüren Sie schon wenige Tage nach einer möglichen Empfängnis erste, noch unsichere und unspezifische Zeichen einer Schwangerschaft. Handelsübliche Schwangerschaftstests aus der Apotheke liefern jedoch erst nach dem Ausbleiben der Periode – also ab der fünften Schwangerschaftswoche – ein zuverlässiges Ergebnis. Durch einen Bluttest kann der Arzt bereits gegen Ende der SSW 4 eine sichere Aussage darüber treffen, ob Sie schwanger sind. In der SSW 2 geht es zunächst darum, Ihre fruchtbaren Tage gut zu nutzen.

Wie wahrscheinlich ist pro Zyklus das Zustandekommen einer Schwangerschaft?

Die menschliche Fortpflanzung ist auch in ihrer körperlichen Dimension eine sensible Angelegenheit. Wenn Eizellreifung, die Bildung der Spermien, die Befruchtung oder die Nidation – das Einnisten der befruchteten Eizelle im Uterus – nicht optimal verlaufen, kommt in diesem Zyklus keine Schwangerschaft zustande. Medizinstatistiken weisen aus, dass die Wahrscheinlichkeit für Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren – also in ihrer fruchtbarsten Lebensphase – pro Menstruationszyklus nur etwa 30 Prozent beträgt. Spätestens ab dem 35. Lebensjahr nimmt die Fertilität (Fruchtbarkeit) von Frauen allmählich ab, bei Männern setzt dieser Prozess nach dem 40. Geburtstag ein.

70 Prozent aller Frauen mit Kinderwunsch werden innerhalb eines Jahres schwanger

Generell gilt, dass etwa 70 Prozent aller Frauen mit Kinderwunsch innerhalb von zwölf Monaten schwanger werden. Von den restlichen 30 Prozent erwartet nochmals die Hälfte im Folgejahr ein Kind. An solchen „Verzögerungen“ haben unter anderem Veränderungen unserer Lebensplanung in den letzten Jahrzehnten ihren Anteil. Nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen stehen in den ersten drei Lebensjahrzehnten Ausbildung und Karriereplanung stark im Fokus. Viele streben erst mit Mitte 30 eine Familiengründung an – und haben den Zenit ihrer Fruchtbarkeit dann schon um einige Jahre überschritten. Auch der Wunsch nach Sexualität an den fruchtbaren Tagen ist aufgrund starker beruflicher Beanspruchung oder unterschiedlicher Arbeitsorte nicht immer einfach umzusetzen.

Schwanger werden nach der Anti-Baby-Pille

Die Anti-Baby-Pille hat nach aktuellen Erkenntnissen dagegen kaum Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Nach dem Absetzen normalisiert sich der Zyklus in der Regel schnell, die meisten Frauen werden danach innerhalb weniger Monate schwanger. Aus Sicht von Gynäkologen liegen mögliche Gründe dafür in einem durch die Pilleneinnahme zunächst noch sehr regelmäßigen und berechenbaren Zyklus, der für das Eintreten einer Schwangerschaft günstige Voraussetzungen schafft.

Nach der Verwendung von Hormonimplantaten und vor allem der Drei-Monatsspritze kann die Rückkehr zu einem natürlichen Zyklus allerdings auch bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen. Anhaltende Zyklusunregelmäßigkeiten, die einer Schwangerschaft entgegenstehen, waren meist schon zuvor vorhanden, wurden durch die hormonelle Verhütung jedoch überdeckt.

Die fruchtbaren Tage eines Monatszyklus

Das Zeitfenster für die Befruchtung beträgt nach dem Eisprung nur zwölf bis 18 Stunden – nur in dieser Zeitspanne ist die Eizelle lebens- und befruchtungsfähig. Am höchsten ist die Chance für eine Befruchtung zwei Tage vor und einen Tag nach dem Eisprung. Optimal ist für das Entstehen einer Schwangerschaft ist Sexualverkehr am Tag des Eisprungs sowie am Tag danach. Insgesamt umfassen die fruchtbaren Tage jedoch einen Zeitraum von rund acht Tagen, bei einem 28-tägigen Zyklus liegen sie etwa zwischen dem 9. Und dem 16. Zyklustag. Der Grund dafür ist die im Vergleich zur Eizelle deutlich längere Lebensdauer der Spermien, also der männlichen Samenzellen.

Pro Ejakulation – 100 bis 600 Millionen Spermien

Bei einer menschlichen Ejakulation werden zwischen zwei und sechs Milliliter Samenflüssigkeit ausgestoßen, die zwischen 100 und 600 Millionen Spermien enthält. Der Rest besteht aus Prostataflüssigkeit sowie dem sogenannten Spermaplasma. Bestandteile des Ejakulats sind neben Wasser verschiedene Hormone, Geruchsstoffe sowie Endorphine (körpereigene Opiate) und andere neuronale Botenstoffe. Vermutet wird, dass im Sperma außerdem Substanzen enthalten sind, die in der Gebärmutter die Produktion von Zytokinen fördern. Dabei handelt es sich um Zellproteine, die in verschiedenen physiologischen Zusammenhängen einen Beitrag zum Wachstum und zur Differenzierung von Zellen und Geweben leisten – hier begünstigen sie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und damit die Nidation (die Einnistung des befruchteten Eis). Die Samenflüssigkeit dient unter anderem der Ernährung der Spermien und erleichtert deren Fortbewegung. Das Prostatasekret trägt außerdem dazu bei, das leicht saure Scheidenmilieu zu neutralisieren, da die Spermien für ihr Überleben eine neutrale oder basische Umgebung brauchen.

Wie lange leben Spermien?

Spermien benötigen etwa zehn Wochen bis zur Reifung. In den männlichen Hoden bleiben sie danach für etwa einen Monat lebensfähig – falls kein Sexualverkehr erfolgt, werden die meisten reifen Spermien, die älter als zehn Tage sind, jedoch durch unwillkürliche nächtliche Samenergüsse ausgestoßen oder durch körpereigene Abwehrmechanismen abgebaut. In der Vagina finden sie nur in den Tagen vor dem Eisprung gute Bedingungen für ihr Überleben vor, zudem können sie nur in dieser Zeit den Schleim am Muttermund (Zervix-Schleim) passieren. In der Gebärmutter und den Eileitern sind Spermien für einen Zeitraum zwischen 48 Stunden und fünf Tagen lebensfähig. Außerhalb des Körpers überleben sie nur wenige Minuten.

Mehrere 100 Millionen Spermien – nur ein Gewinner

Eine vorhandene Eizelle wird fast immer noch im Eileiter befruchtet. Die Spermien müssen bis dorthin eine Distanz von 15 bis 18 Zentimetern überwinden. Einige von ihnen bewältigen diesen Weg innerhalb einer halben Stunde, andere sind dafür Tage unterwegs, die meisten kommen nie ans Ziel. Zwar sind meist mehrere Samenzellen in der Lage, die äußere Eihülle zu durchbrechen, die innere Membran der Eizelle kann am Ende jedoch normalerweise nur ein einziges Spermium durchdringen. Um welche Samenzelle es sich dabei handelt, „entscheidet“ die Eizelle mittels biochemischer Signale. Sobald es das Zellinnere erreicht hat, verändert die Eizelle ihre chemische Struktur sowie die elektrische Spannung um die Zellmembran – für alle anderen Samenzellen ist der Weg damit verschlossen.

Methoden, um den Zeitpunkt des Eisprungs zu ermitteln

Bei vielen Frauen kündigt sich der Eisprung durch verschiedene körperliche Symptome an. Um die Zyklusmitte verspüren manche Frauen leichte Schmerzen oder ein Ziehen im Unterleib – den sogenannten Mittelschmerz. Bei anderen machen sich die fruchtbaren Tage durch stärkere Empfindlichkeit der Brüste oder leichte Schmierblutungen bemerkbar. Einen sicheren Hinweis auf den Eisprung liefern diese Zeichen nicht, jedoch lässt sich sein Zeitpunkt mit verschiedenen Methoden recht exakt bestimmen. Oft entwickeln Sie bei Ihrer Anwendung ein sehr sensibles Gefühl für Ihre körperlichen Reaktionen.

  • Eisprungkalender
    Ein Eisprungrechner ist die einfachste, aber auch die unsicherste Methode, Ihren Eisprung zu ermitteln. Dafür dokumentieren Sie über sechs Monate Ihre Zykluslänge und bilden einen Durchschnittswert. Voraussetzung für ein Ergebnis, das den Zeitpunkt des Eisprungs damit recht wahrscheinlich trifft, ist ein möglichst regelmäßiger Zyklus. Ein wirklich sicheres Ergebnis lässt sich mit einem Eisprungkalender jedoch nicht erzielen.
  • Basaltemperaturmessung
    Ein zuverlässigeres Verfahren ist die Messung der Basaltemperatur – also Ihrer morgendlichen Körpertemperatur unmittelbar nach dem Aufwachen. Dafür messen Sie noch vor dem Aufstehen Ihre Körpertemperatur im Mund und zeichnen die Temperaturwerte täglich auf. In Apotheken werden dafür spezielle Basalthermometer sowie Kurvenblätter für die Temperaturaufzeichnung angeboten – Basalthermometer ermöglichen eine deutlich exaktere Temperaturmessung als ein normales Fieberthermometer. Am Tag des Eisprungs steigt die Basaltemperatur um etwa 0,5 °C – ein Temperaturabfall erfolgt am Zyklusende zusammen mit dem Beginn der nächsten Periode.
    Nach dem Eintritt einer Schwangerschaft bleibt die Basaltemperatur bis zur Geburt erhöht.

    Verlässlich ist diese Methode nur, wenn sie an jedem Tag zur gleichen Zeit erfolgt. Verschiebungen der Messung, aber auch Krankheiten können zu einem unsicheren Ergebnis führen. Die Messung der Basalttemperatur wird auch als Bestandteil der Diagnostik für Fruchtbarkeitsstörungen eingesetzt. Sie ermöglicht, Zyklusunregelmäßigkeiten zu erkennen und gibt Aufschluss darüber, in welchen Zyklen überhaupt ein Eisprung stattgefunden hat.

  • Beobachtung des Zervix-Schleims
    Sehr sicher ermitteln Sie den Zeitpunkt Ihres Eisprungs durch die Kombination aus Temperaturmessung und der Beobachtung des Zervix-Schleims, der im Gebärmutterhals gebildet wird. Am Eingang der Vagina ist dieser Schleim als Ausfluss (Fluor) spürbar ist. An den unfruchtbaren Zyklustagen besitzt er eine cremige oder klebrige Beschaffenheit. Während der fruchtbaren Tage gewinnt er die Konsistenz von rohem Eiweiß – er wird glasig, spinnbar und fast wässrig. In dieser Zeit ist der Schleim reich an Salz, Glukose und Proteinen, auch sein Säuregehalt sinkt ab. In diesem Milieu können die Samenzellen die Zeit bis zum Eisprung unter idealen Bedingungen überbrücken. Gesteuert werden Menge und Beschaffenheit des Zervix-Schleims durch die bis zum Eisprung stetig steigende Menge an Östrogen. Einige Stunden nach dem Eisprung kehrt er zu seiner undurchlässigen Konsistenz zurück.
  • Ovulationsteststreifen und Zyklus-Computer
    In Apotheken sind außerdem Ovulationsteststreifen und Zyklus-Computer erhältlich. Mit beiden wird die Konzentration des Luteinisierenden Hormons (Lutropin, LH) im Urin gemessen, die Feststellung des Eisprungs und damit der fruchtbarsten Zyklusphase ist damit sehr zuverlässig möglich. 24 bis 36 Stunden vor der Ovulation werden im Körper große Mengen LH ausgeschüttet, das als der unmittelbare Auslöser des Eisprungs wirkt.

Was ist in der SSW 2 wichtig?

  • In der SSW 2 sind Sie ebenfalls noch nicht schwanger. Ihr Körper befindet sich jetzt in der fruchtbaren Phase dieses Zyklus. Am Ende dieser Woche findet der Eisprung statt. Unabhängig von der Zykluslänge liegt er exakt in der Zyklusmitte.
  • Die Eizelle ist danach nur für zwölf bis 18 Stunden lebensfähig. Die Überlebenszeit der Spermien beträgt dagegen 48 Stunden bis fünf Tage. Abhängig vom Zyklusstatus zum Zeitpunkt des Sexualverkehrs ist unter optimalen Bedingungen auch eine Überlebensdauer von bis zu sieben Tagen möglich. Ihre fruchtbare Zyklusphase umfasst daher etwa acht Tage.
  • Die Schwangerschaft ist zum Zeitpunkt der Befruchtung noch nicht nachweisbar. Ein sicherer Nachweis durch einen Bluttest ist gegen Ende der SSW 4 möglich, Schwangerschaftstests aus der Apotheke liefern erst nach dem Ausbleiben der Periode – also dem Beginn der SSW 5 – ein zuverlässiges Ergebnis.

Unsere Tipps für die SSW 2:

  • Wenn Sie schwanger werden möchten, steigt die Wahrscheinlichkeit dafür, wenn Sie den Zeitpunkt Ihres Eisprungs kennen und möglichst an diesem oder am folgenden Tag Sexualverkehr mit Ihrem Partner haben.
  • Den Termin des Eisprungs können Sie durch die Messung der Basaltemperatur, die Beobachtung des Zervix-Schleims oder die Messung der LH-Konzentration im Urin sehr exakt bestimmen.
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