1. Schwangerschaftswoche (SSW)

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In der SSW 1 – der ersten Schwangerschaftswoche – sind Sie noch nicht schwanger. Normalerweise findet in dieser Woche Ihre Regelblutung statt. Aus medizinischer Sicht wird der Beginn einer Schwangerschaft jedoch ab dem ersten Tag der letzten Periode gezählt.

Wenn Sie schwanger werden möchten, werden Sie sich in den kommenden vier Wochen sehr wahrscheinlich mit Ihren Gedanken und Gefühlen stark auf Ihr Wunschkind konzentrieren. Gut ist, wenn Sie dabei auch möglichst viel über die Vorgänge in Ihrem Körper wissen. Bereits mit dem ersten Zyklustag beginnt Ihr Körper damit, die Voraussetzungen für das Eintreten einer Schwangerschaft zu schaffen.

Die Dauer einer Schwangerschaft – 40 Wochen, zehn Monate, drei Trimester

Falls Sie in diesem Zyklus schwanger werden, beginnt Ihre biologische Schwangerschaft erst in etwa 14 Tagen. Nach dem Eisprung in der Zyklusmitte ist die reife Eizelle nur für etwa zwölf bis 18 Stunden lebensfähig – in jedem Zyklus existiert also nur ein sehr kleines Zeitfenster für das Zustandekommen einer Schwangerschaft. In den folgenden zwei Wochen wird es um die Eireifung und die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Aufnahme einer befruchteten Eizelle gehen.

Der errechnete Geburtstermin – 40 Wochen nach dem ersten Tag der letzten Regel

Auf die Berechnung der Dauer einer Schwangerschaft ab dem ersten Zyklustag – also dem ersten Tag der letzten Periode – haben sich Ärzte und Hebammen geeinigt, weil sich der Zeitpunkt des Eisprungs und damit der Empfängnis nur in den wenigsten Fällen exakt ermitteln lässt. Der erste Tag der letzten Periode ist dagegen jeder Schwangeren bekannt und daher eine valide Größe. Die Schwangerschaft dauert danach zehn Monate oder 40 Wochen. Am Ende dieses Zeitraums liegt der errechnete Geburtstermin (→ zum Geburtsterminrechner). Falls Sie den Tag benennen können, an dem Sie Ihr Kind empfangen haben, rechnen Sie stattdessen mit einer Schwangerschaftsdauer von 38 Wochen. Für die Prognose des Zeitpunkts der Geburt spielen jedoch auch noch andere Faktoren eine Rolle. So wird Ihr Frauenarzt im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge regelmäßig den Entwicklungsstand Ihres Babys überprüfen. Der voraussichtliche Geburtstermin wird anhand dieser Daten im Verlauf der Schwangerschaft oft noch einmal angepasst. An den errechneten Termin halten sich übrigens nur etwa fünf Prozent aller Babys. Ab der 37. Schwangerschaftswoche gelten sie nicht mehr als „spätes Frühchen“, sondern als termingerecht geboren. Die meisten Kinder kommen in einem Zeitrahmen von 14 Tagen vor und nach dem prognostizierten Termin zur Welt.

Zehn Monate oder neun Monate – welche Rechnung stimmt?

Verwirrung kann auch die Frage stiften, wie viele Monate eine Schwangerschaft nun wirklich dauert. Neun Monate? Zehn Monate? Beides ist nicht falsch – auch hier kommt es auf die Berechnung an. Aus der Schwangerschaftsdauer von 40 Wochen ergeben sich zehn „Mondmonate“ mit 28 Tagen. Sie entsprechen neun Kalendermonaten mit 30 oder 31 Tagen.

Drei Schwangerschaftstrimester

Außerdem wird eine Schwangerschaft in drei Trimester unterteilt, in der Sie jeweils spezielle Erfahrungen machen werden:

  • Das erste Schwangerschaftstrimester (1. SSW – 13. SSW) ist durch die Anpassung Ihres Körpers – und auch Ihrer Psyche – an die Schwangerschaft geprägt. Sehr wahrscheinlich werden Sie verschiedene körperliche Beschwerden spüren und – vor allem, wenn Ihr erstes Baby unterwegs ist – diese Zeit als eine große Umbruchphase erleben.
  • Das zweite Trimester beschreiben viele Frauen als eine ruhige, entspannte Zeit und oft als die schönste Phase ihrer Schwangerschaft. Die hormonellen Veränderungen der ersten drei Monate sind ausgestanden, auch viele Fragen und mögliche Selbstzweifel haben sich jetzt bereits geklärt. Außerdem wird die Schwangerschaft jetzt augenfällig, so dass auch Ihr Partner stärker daran teilhat als bisher. Im vierten Monat macht sich der Babybauch bemerkbar. Falls Sie erstmals schwanger sind, werden Sie die Bewegungen Ihres Babys vermutlich erstmals um die Mitte des fünften Schwangerschaftsmonats spüren – Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, werden das sanfte Flattern in ihrem Bauch meist schon einige Wochen richtig deuten.
  • Ab dem Beginn des dritten Trimesters setzt bei Ihrem Baby eine intensive Wachstumsphase ein. Für Sie selbst treten jetzt die körperlichen Belastungen durch die Schwangerschaft und der Gedanke an die Geburt stärker in den Vordergrund. Trotzdem werden Sie die letzten Monate Ihrer Schwangerschaft sehr wahrscheinlich als eine schöne, intensive Zeit erleben. Mit Ihrem Baby sind Sie jetzt rund um die Uhr sehr eng verbunden – seine Aktivitäten nehmen Sie zu jeder Tages- und Nachtzeit wahr. Spätestens jetzt verändert sich vermutlich auch Ihre Partnerschaft: Viele Paare wachsen jetzt sehr eng zusammen und bereiten sich gemeinsam auf ihre Elternrolle und das Leben mit dem neuen Erdenbürger vor.

Der weibliche Zyklus – Eireifung, Eisprung und die Wirkung der Hormone

Zunächst geht es in Ihrem Leben jedoch noch nicht um das Schwanger-sein, sondern um das Schwanger-werden. Am ersten Tag Ihrer Menstruationsblutung beginnt ein neuer Monatszyklus. Wenn Sie ein Baby „planen“, kann Ihr Wunschkind nun mit etwas Glück in etwa 14 Tagen unterwegs sein.

Im Durchschnitt dauert der weibliche Zyklus 28 Tage, die individuelle Zykluslänge kann jedoch sehr unterschiedlich sein. Als normal und ohne Einfluss auf das Entstehen einer Schwangerschaft gelten Zykluslängen zwischen 23 und 35 Tagen. Akute und chronische Krankheiten, Hormonstörungen, starke körperliche Belastungen, Reisen, Stress und andere psychische Faktoren wirken sich auch auf den Zyklus aus. Möglicherweise bleiben der Eisprung und die Periode dann für einen kürzeren oder längeren Zeitraum sogar völlig aus, eine Schwangerschaft kann dann natürlich nicht zustande kommen. In den Monaten nach der ersten Regelblutung (Menarche) und in den Jahren vor der Menopause – dem endgültigen Ausbleiben der Periode in den Wechseljahren – treten oft unregelmäßige sowie verlängerte oder verkürzte Zyklen auf. Auch nach einer Geburt braucht der Körper Zeit, um sein hormonelles Gleichgewicht und damit auch den normalen Zyklus wieder herzustellen. → zum Zyklusrechner

SSW 1: Vom ersten Blutungstag bis zum Eisprung

Die Schleimhaut der Gebärmutter entsteht in jedem Zyklus neu. Während der Menstruation wird die alte Uterusschleimhaut abgestoßen und mit der Blutung ausgeschwemmt, nach dem Ende der Monatsblutung wird die Schleimhaut wieder aufgebaut. Bei diesem Vorgang spielen zunächst die in den Eierstöcken gebildeten weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) die zentrale Rolle. In der Medizin werden diese Vorgänge auch als Desquamationsphase (Ausschwemmungsphase) und Proliferationsphase (Phase des Gewebe-/Schleimhautwachstums) bezeichnet. Parallel dazu beginnt die Phase der Eireifung oder Follikelphase. In der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) wird hierfür das Follikelstimulierende Hormon (FSH) erzeugt. Außerdem regt FSH in der ersten Zyklushälfte die Produktion von Östrogen in den Eierstöcken an. Daneben sind noch einige weitere Hormone an der Eireifung beteiligt.

Sämtliche Eizellen einer Frau sind bereits vor ihrer Geburt vorhanden. Sie befinden sich zunächst im Ruhezustand, aktiviert werden sie erst durch die hormonellen Veränderungen während der Pubertät.
Neugeborene Mädchen verfügen über etwa 200.000 solcher Eianlagen, die in der medizinischen Terminologie als Follikel (Ovarialfollikel, Eibläschen) bezeichnet werden. Jeder Follikel besteht aus der Eizelle (Oozyte) und drei weiteren Zellschichten, die das Ei umhüllen. Zu Beginn jedes Monatszyklus beginnen fünf bis 20 der sogenannten Primordialfollikel zu reifen. Dieser Prozess wird maßgeblich durch FSH gesteuert und nimmt etwa sechs Monate in Anspruch. In dieser Zeit differenzieren sich die Follikelzellen aus und beginnen, Östrogen zu produzieren. In den letzten 24 Stunden vor dem Eisprung erzeugen bestimmte Zellen der Bindegewebshülle des reifsten Eis besonders große Mengen Östrogen. Für die Hypophyse ist dies ein Signal, große Mengen des Luteinisierenden Hormons (Lutropin, LH) auszuschütten, das im Zusammenwirken mit FSH den Eisprung auslöst.

Der Eisprung (Ovulation)

Der Eisprung erfolgt in der Zyklusmitte und etwa zehn bis zwölf Stunden, nachdem der LH-Spiegel im Blut seine höchste Konzentration erreicht hat (messbar durch einen Ovulationstest). Dabei platzt der am weitesten entwickelte Follikel. Die reife Eizelle wird aus dem Eibläschen ausgestoßen und außerhalb des Eierstocks durch den Eileiter aufgefangen. Warum – einmal abgesehen von vergleichsweise seltenen Mehrlingsschwangerschaften – in jedem Zyklus nur eine Eizelle zur Befruchtungsfähigkeit heranreift, ist bis heute wissenschaftlich nicht geklärt. Die nicht zur vollständigen Reife gelangten Eizellen sterben ab und werden im Eierstock zu Bindegewebe umgewandelt.

Durch die vermehrte Ausschüttung von Östrogen vor dem Eisprung verändert sich außerdem die Beschaffenheit des Schleims im Gebärmutterhals (Zervix). An den unfruchtbaren Tagen macht er den Muttermund für die Spermien unpassierbar. Vor der Ovulation wird er durchlässig, dünnflüssig und klar, so dass die Spermien ungehindert in die Gebärmutter und die Eileiter gelangen können.

Die zweite Zyklushälfte

Die zweite Zyklushälfte wird auch als Sekretionsphase, Gelbkörper- oder Lutealphase bezeichnet. Nach der Ovulation fällt der Follikel in sich zusammen. Unter dem Einfluss von LH wird er zum Gelbkörper (Corpus luteum) umgewandelt und beginnt, das Hormon Progesteron zu produzieren. Progesteron ist ein sogenanntes Gestagen und zählt zu den wichtigsten Schwangerschaftshormonen. Es spielt eine entscheidende Rolle für den Erhalt der Schwangerschaft.

Nach dem Eisprung sorgt Progesteron im Zusammenwirken mit Östrogen für den weiteren Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und bereitet diese für die Nidation – die Einnistung der befruchteten Eizelle – vor. Durch die Hormone werden beispielsweise die Blutversorgung sowie die Abgabe von nährstoffhaltigen Sekreten aus den Schleimhautdrüsen angeregt. Die Produktion von FSH wird jetzt eingestellt, so dass bis zur nächsten Menstruation oder während einer Schwangerschaft keine weiteren Follikel reifen können. Auch der Zervix-Schleim wird für die Spermien jetzt wieder undurchlässig.

Das Hormon Progesteron erhält die Schwangerschaft

Wenn in diesem Zyklus keine Schwangerschaft zustande kommt, geht der Gelbkörper zugrunde. Er wird dann in Bindegewebe, den sogenannten Weißkörper (Corpus albicans) umgewandelt. Vor dem Zyklusende wird auch die Ausschüttung von Östrogen zurückgefahren. Vor allem in den letzten Tagen vor der Periode wird der bis dahin hohe Progesteron-Spiegel oft durch ein Kribbeln und Spannen in den Brüsten spürbar, das zusammen mit dem Einsetzen der Monatsblutung nachlässt. Unmittelbar vor dem Beginn der Periode werden durch hormonelle Signale sogenannte Prostaglandine – eine bestimmte Gruppe von Gewebshormonen – freigesetzt. Sie verändern die Blutzufuhr zum Uterus und lösen dort Kontraktionen aus, die das Einsetzen der Monatsblutung bewirken.

Nach dem Eintritt einer Schwangerschaft geht der Progesteron-Spiegel im Körper nicht zurück, so dass die Gebärmutterschleimhaut erhalten bleibt. Auch die ersten, noch unsicheren Schwangerschaftszeichen sind vor allem auf die Wirkung des Progesterons zurückzuführen. Im ersten Schwangerschaftsdrittel wird es zunächst weiter durch den Gelbkörper produziert, danach übernimmt die Plazenta diese Rolle. Nach der Empfängnis wandert die befruchtete Eizelle durch den Eileiter in den Uterus. Die Nidation findet meist in der 4. Schwangerschaftswoche und damit einige Tage vor dem – nunmehr rein rechnerischen – Zyklusende statt. Oft macht sie durch ziehende Unterleibsschmerzen und leichte Schmierblutungen bemerkbar, die oft zunächst als Menstruation gedeutet werden.

Gehen Sie mit Ihrem Kinderwunsch gelassen um!

Wir wissen: Vor allem, falls Sie schon einige „erfolglose Versuche“ hinter sich haben, ist das leicht gesagt. Trotzdem zeigen zahlreiche Studien, dass Sie durch Geduld und Gelassenheit Ihre Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen. Eine insgesamt gesunde Lebensweise, der Verzicht auf Genussgifte wie Alkohol und Nikotin und eine ausgeglichene Psyche im Vorfeld einer Schwangerschaft fördern auch die Fruchtbarkeit. Bei der Sexualität mit Ihrem Partner spielen jetzt sicher auch Ihre fruchtbaren Tage eine wesentliche Rolle. In der kommenden Woche ist es soweit – dann entscheidet sich, ob Sie in diesem Zyklus schwanger werden.

Was ist in der SSW 1 wichtig?

  • Rein rechnerisch beginnt Ihre erste Schwangerschaftswoche mit dem ersten Tag des neuen Zyklus. In der SSW 1 sind Sie noch nicht schwanger, sondern erleben Ihre Monatsblutung. Trotzdem bereitet sich Ihr Körper ab dem ersten Zyklustag auf das Schwanger-werden vor.
  • Die körperlichen Vorgänge während Ihres Zyklus werden durch verschiedene Hormone gesteuert. In der SSW 1 und der gesamten ersten Zyklushälfte steht die Eireifung im Vordergrund. Falls die reife Eizelle befruchtet wird, sorgt das Schwangerschaftshormon Progesteron im Zusammenspiel mit anderen Hormonen dafür, dass die Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut erfolgen kann und die Schwangerschaft erhalten bleibt.
  • Unsere Tipps für die SSW 1:

    • Auf das Entstehen einer Schwangerschaft haben nicht nur körperliche Vorgänge, sondern auch Ihre Psyche Einfluss – setzen Sie sich mit Ihrem Kinderwunsch daher nicht zu stark unter Druck.
    • Achten Sie bereits in der SSW 1 auf gesunde Ernährung und Achtsamkeit gegenüber Ihren Kraftreserven. Erschöpfung und Müdigkeit in der frühen Schwangerschaft machen sich dann möglicherweise weniger stark bemerkbar.
    • Folsäure (Vitamin B9, Vitamin B11, Folat) ist für eine gesunde Entwicklung Ihres Babys lebenswichtig. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten wird sie werdenden Müttern grundsätzlich als Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Nach Absprache mit Ihrem Frauenarzt können Sie Folsäure auch dann einnehmen, wenn Sie schwanger werden wollen.
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